DIZH_Plenary_Podium

«Wir möchten über Kunst und Design Vertrauen in datenbasierte Entscheidungsprozesse erzeugen»

(v.l.n.r.) Birk Weiberg im Gespräch mit Eliane Burri, Marcel Bleuler und Hanna Della Casa. Foto: Sabine Dani.

Marcel Bleuler hat für das Public Data Lab am Podium der DIZH Vollversammlung am 2. Juli 2025 teilgenommen. Zusammen mit Vertreterinnen von zwei anderen DIZH-Innovationsstrukturen hat er über Digitalität und Nachhaltigkeit innerhalb der Projekte diskutiert.

Andrea Schweizer, neue Rektorin der PHZH und Mitglied des DIZH-Steuerungsausschusses, hat die Teilnehmenden der DIZH Vollversammlung am 2. Juli 2025 begrüsst. Im anschliessenden Podium, moderiert von Birk Weiberg, dem Geschäftsführer der DIZH, haben Vertreter:innen von drei DIZH-Innovationsstrukturen teilgenommen: Eliane Burri vom Projekt Digital Interfacing: The Minimalist Manifesto, Hanna Della Casa vom Projekt AgroPionier und Marcel Bleuler vom DIZH Public Data Lab. Die drei Vertreter:innen diskutierten darüber, wie sie Nachhaltigkeit innerhalb ihres Projekts definieren und welche Rolle digitale Technologien dabei spielen.

Die DIZH hat einen Bericht über das ganze Podium verfasst. Wir beschränken uns im Folgenden auf die Aussagen von Marcel zum Public Data Lab.

Nachhaltige Datennutzung

«Innerhalb des Public Data Labs gibt es verschiedene Arten der Nachhaltigkeit», sagt Marcel. Das Public Data Lab strebe zum Beispiel eine nachhaltige Datennutzung an, zählt er auf, und erklärt: «Es gibt viele frei verfügbare Daten von Ämtern und Organisationen. Wir möchten diese bestehenden Daten nutzen und mit innovativen Methoden neue Indikatoren entwickeln, damit die Daten besser genutzt und mehr aus ihnen herausgeholt werden kann.» Zur nachhaltigen Datennutzung gehöre auch das Open-Data-Prinzip, sagt Marcel, und ergänzt: «Zusammen mit Opendata.ch, einem weiteren Partner des Public Data Labs, sorgen wir dafür, dass die Indikatoren und der Code für deren Berechnung veröffentlicht werden.» So können Interessierte die Indikatoren weiterverwenden oder weiterentwickeln.

«Mir ist es wichtig, in der Zivilgesellschaft ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie Daten generiert und weiterverarbeitet werden»

Nachhaltiger sozialer Effekt

«Durch die Zusammenarbeit mit dem Statistischen Amt ist gewährleistet, dass die Ergebnisse unserer Forschung, zum Beispiel zur Mehrfachbenachteiligung, in politische Diskussionen und Entscheidungsprozesse einfliessen können. Die DIZH-Struktur ist somit insofern nachhaltig angelegt, als dass sie die Grundlage für konkrete Massnahmen erbringt, die sozialen Strukturen beeinflussen», erklärt Marcel. Damit solche Massnahmen und Entwicklungen tragfähig sein können, reiche Innovation in der Forschung alleine aber nicht aus, ist Marcel überzeugt. «Mir ist es wichtig, in der Zivilgesellschaft ein Bewusstsein zu schaffen, zum Beispiel dafür, wie Daten generiert und weiterverarbeitet werden», führt er aus. Die Zivilgesellschaft müsse Datenprozesse und technologische Innovationen nicht bis ins Detail verstehen, aber sie müsse sich über die spezialisierten Vorgänge und deren Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung bewusst sein, so Marcel weiter. Er spricht von Relationship-Building und von einer affektiven Beziehung der Zivilgesellschaft zu Daten. «Diese Beziehung ist wichtig, um Vertrauen aufzubauen. Vertrauen in Prozesse, zum Beispiel wie wir gesellschaftliches Wohlbefinden definieren, wie wir es messen und welche Entscheidungen basierend darauf getroffen werden. Dieses Vertrauen ist gerade angesichts einer Zukunft entscheidend, in der Daten und letztlich auch automatisierte Datenprozesse soziale Strukturen massgeblich beeinflussen werden», meint Marcel.

Digital – aber nicht nur

Das Public Data Lab setze auf digitale Technologien, zum Beispiel bei der Entwicklung neuer Indikatoren, aber nicht nur, so Marcel. «Wir möchten über Kunst und Design Vertrauen in datenbasierte Entscheidungsprozesse und in unser Projekt erzeugen», erklärt er. Zwar sei das Public Data Lab erst am Anfang, wirft Marcel ein, meint aber: «Dank unserer unterschiedlichen Perspektiven und Herangehensweisen bin ich überzeugt, dass wir Innovation und gleichzeitig einen kulturellen Kontext schaffen können, in dem diese Innovation Vertrauen geniesst.»

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